Wie entstehen Strukturen in Unternehmen? Und wie gehen wir mit der Vielfalt der Mitarbeiter um? In diesem Modul schauen wir uns die Wechselwirkung zwischen Regeln und Verhalten an und lernen das „Substitutionsprinzip“ kennen – eine entscheidende Kurve für jede Führungskraft.
Dauer: ca. 20 Min.
Warum verhalten sich Mitarbeiter so, wie sie es tun? Anthony Giddens (ein berühmter Soziologe) liefert uns hierfür ein Modell, das im HR-Management zentral ist: Die Strukturationstheorie.
Normalerweise denken wir: „Das Management macht die Regeln (Struktur), und die Mitarbeiter halten sich daran (Verhalten).“ Giddens sagt: Das ist zu einfach. Es ist ein Kreislauf.
„Struktur ist gleichzeitig Medium und Ergebnis des sozialen Handelns.“ (Kieser & Walgenbach, 2010, S. 58)
Das klingt abstrakt, bedeutet aber für dich als Executive: Formale Regeln existieren nur so lange, wie sie durch das Verhalten der Menschen (auch dein Verhalten!) bestätigt werden. Strukturen sind „codified interpretations of rules“ – sie bieten Handlungsspielraum.
Du bist nicht nur „Regelanwender“. Als Führungskraft bist du Teil des Systems. Dein Verhalten prägt die Struktur. Wenn du HR-Prozesse (z.B. Feedbackgespräche) ernst nimmst, stärkst du die Struktur. Wenn du sie als „lästige Pflicht“ ab tust, schwächst du die Struktur des ganzen Unternehmens.
Dauer: ca. 25 Min.
Eine der häufigsten Fragen an Führungskräfte: „Warum darf mein Kollege Homeoffice machen und ich nicht?“ oder „Warum bekommt meine Kollgegin einen Bonus und ich nicht?“. Hier geht es um das Spannungsfeld zwischen Gleichbehandlung und individueller Betreuung.

Schau dir die Grafik an (vgl Ostrowski, 2012 zit. n. Berthel & Becker, 2022, S. 36). Wir haben zwei Kostenarten, die gegeneinander laufen:
Das Optimum liegt in der Mitte. Wir behandeln nicht jeden einzeln, aber auch nicht alle gleich. Wir bilden Segmente (Gruppen).
Das wird oft verwechselt, ist aber nicht das Gleiche (widerspricht sich aber auch nicht):
Merksatz: Differenzielle PA sortiert Menschen, um den Aufwand zu managen. Diversity Management mischt Menschen, um Kreativität zu fördern.