In diesem Modul vertiefen wir die mathematischen und methodischen Aspekte. Hier geht es um die konkrete Herleitung der Zahlen für den Business Case.
Lektion 3.1: Das Berechnungsschema (Formeln)
Für die Prüfung und die Praxis sind zwei Rechenwege entscheidend:
A. Die Ermittlung des Brutto-Bedarfs (Gesamtbedarf)
Einsatzbedarf + Reservebedarf = Brutto−Personalbedarf
Hinweis: Der Reservebedarf wird oft prozentual aufgeschlagen (z.B. +15% für Fehlzeiten).
B. Die Ermittlung des Netto-Bedarfs (Handlungsbedarf)
Brutto−Personalbedarf−Fortgeschriebener Personalbestand = Netto−Personalbedarf
Dies ist die Zahl, die im Recruiting-Auftrag steht.
Lektion 3.2: Quantitative Ermittlungsmethoden
Wie kommen wir auf die Zahlen für den Einsatzbedarf? Es gibt drei gängige Methoden:
- Stellenplanmethode: Die einfachste Form. Man orientiert sich am genehmigten Organisationsplan (Organigramm).
- Anwendung: Verwaltung, stabiles Umfeld.
- Kritik: Starr und vergangenheitsorientiert.
- Kennzahlenmethode: Man nutzt feste Relationen zwischen einer Bezugsgröße und dem Personalbedarf (z.B. Umsatz pro Kopf, Kunden pro Betreuer).
- Anwendung: Vertrieb, Produktion.
- Kritik: Ignoriert Qualitätsänderungen (z.B. wenn Kundenberatung komplexer wird).
- Schätzverfahren: Führungskräfte schätzen den zukünftigen Bedarf basierend auf Erfahrungswerten.
- Anwendung: Neue Abteilungen, Projekte, Startups.
Lektion 3.3: Qualitative Planung
Neben der reinen Anzahl („Köpfe“) muss die Qualität („Können“) definiert werden. Hierzu nutzen wir zwei zentrale Instrumente:
- Die Stellenbeschreibung: Sie beschreibt die Stelle personenunabhängig. Was sind die Aufgaben? Welche Kompetenzen sind erforderlich? Wem ist die Stelle unterstellt?
- Das Anforderungsprofil: Es beschreibt den idealen Stelleninhaber. Welche Ausbildung, welche Erfahrung und welche Soft Skills muss eine Person mitbringen, um die Stelle auszufüllen?