In diesem Modul klären wir das „Warum“ und das „Was“. Wir definieren die Notwendigkeit der Planung und stecken das Spielfeld ab, auf dem sich HR-Manager bewegen.
Dauer: ca. 15 Min.
Personalplanung ist kein administrativer Selbstzweck, sondern eine Reaktion auf vier zentrale Treiber, die jedes Unternehmen unter Druck setzen:
„Personalplanung“ ist der Überbegriff für ein integriertes System aus sieben Teilplänen. Als Führungskraft musst du verstehen, wie diese ineinandergreifen:
Eine professionelle Planung muss immer vier Dimensionen gleichzeitig beantworten. Ein Fehler in einer Dimension gefährdet das gesamte Projekt:
Einflussfaktoren: Dabei wirken stets interne und externe Kräfte auf die Planung ein:
Intern: Unternehmensziele (Output-Menge), Budgets, Fluktuation.
Extern: Konjunktur, Gesetze (Arbeitszeit), Technologie.
Bevor wir in die Berechnung einsteigen, müssen wir unsere Begriffe schärfen. Im Management-Alltag werden Wörter wie „Personalbedarf“ oft ungenau verwendet. Für eine exakte Planung unterscheiden wir jedoch strikt zwischen dem Soll-Zustand (Was brauchen wir?) und dem Handlungsbedarf (Wen müssen wir suchen?).
De Währung im Personalcontrolling, um unterschiedliche Arbeitszeitmodelle vergleichbar zu machen. Der „Headcount“ (Köpfe) sagt nichts über die tatsächliche Arbeitskapazität aus. FTE rechnet alle Teilzeitstellen in fiktive Vollzeitstellen um.
Wenn du als Manager sagst „Ich habe 10 Mitarbeiter“, ist das ungenau. Sind das 10 Vollzeitkräfte oder 10 Aushilfen, die nur samstags kommen?
FTE = Tatsächliche Arbeitszeit des Mitarbeiters / Vertragliche Vollzeitarbeitszeit
Beispiel:
Das bedeutet es sind 3 Mitarbeiter (Headcount), aber „nur“ 1,9 FTE
Dies ist die wichtigste Zielgröße. Sie beantwortet die Frage: Wie viele Köpfe (oder FTE) müssen insgesamt arbeiten, damit der Betrieb reibungslos läuft?
Er ist die Summe aus zwei Komponenten:
Merksatz: Der Brutto-Bedarf ist das theoretische Zielbild am Stichtag X.
Dies ist die entscheidende Kennzahl für das Recruiting. Sie beschreibt die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Wir vergleichen den Brutto-Bedarf (Soll) mit dem fortgeschriebenen Personalbestand (Ist).
Merksatz: Brutto ist der Zustand, Netto ist die Maßnahme.
Dies ist der Teil des Netto-Bedarfs, der durch Fluktuation entsteht. Mitarbeiter verlassen das Unternehmen (Kündigung, Rente, Karenz). Die Stelle existiert bereits, wird aber frei. Der Ersatzbedarf dient dazu, die bestehende Kapazität zu sichern. Wir stellen ein, um nicht zu schrumpfen.
Dies ist der Teil des Netto-Bedarfs, der durch Unternehmenswachstum entsteht. Die Aufgaben nehmen zu (neue Projekte, Markterweiterung, höhere Stückzahlen), sodass die bisherigen Stellen nicht mehr ausreichen. Der Zusatzbedarf dient dazu, die Kapazität zu erweitern. Wir schaffen neue Stellen, die es vorher nicht gab.