Einführung: Recruiting als ein wichtigstes Marketing-Instrument

Wenn man heute in die Vorstandsetagen blickt, ist das größte Risiko für unternehmerisches Wachstum fast nie das fehlende Kapital oder die falsche strategische Idee. Es sind die fehlenden Köpfe, um diese Ideen auf die Straße zu bringen.

Lange Zeit wurde Personalbeschaffung als rein administrativer Prozess verstanden: Eine Abteilung meldet einen Bedarf, HR schreibt eine Stellenanzeige, veröffentlicht sie auf einem Jobportal und wartet ab. Diese „Post & Pray“-Methode – posten und beten – funktioniert auf dem heutigen Arbeitsmarkt schlichtweg nicht mehr.

Wer im modernen Recruiting gewinnen will, muss das Thema durch die Brille des Marketings betrachten. Erfolgreiche Talentgewinnung ist im Grunde der Aufbau eines strategischen Funnels: Vorne müssen wir die richtigen Menschen für unsere Marke begeistern und anziehen. Hinten müssen wir sie datenbasiert und objektiv qualifizieren, um teure Fehlentscheidungen zu vermeiden.

In diesem Abschnitt verabschieden wir uns von Recruiting nach Bauchgefühl. Wir verbinden die kreative Welt der Arbeitgebermarke mit der harten Wissenschaft der psychologischen Personalauswahl.

Was wir uns in den nächsten Modulen genau ansehen:

  1. Warum die meisten Unternehmen an der falschen Zielgruppe vorbeikommunizieren (und wie man die wirklich guten, passiven Talente erreicht).
  2. Wie die „Reise des Bewerbers“ aussieht und an welchen Touchpoints die besten Kandidaten meistens abspringen.
  3. Warum Sympathie im Vorstellungsgespräch ein schlechter Ratgeber ist und mit welchen konkreten, messbaren Methoden man tatsächlich herausfindet, ob jemand im Job performen wird.

Starten wir direkt mit dem Fundament: dem radikalen Wandel unseres Arbeitsmarktes.